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Julia Bleser

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Beziehung & Bindung

Im Familienrecht wird beispielsweise in familienpsychologischen Gutachten die Bindung zwischen Kind und Elternteilen untersucht, um die gerichtliche Fragestellung zur Betreuung und ihrer Ausgestaltung oder der elterlichen Sorge zu klären.

Die Bindung ist im psychologischen Sinn die Blaupause unserer späteren Beziehungen. Ein Kind hat von Natur aus das Bedürfnis, sich an seine zuerst erlebten Bezugspersonen zu binden. Diese frühesten Erfahrungen legen den Grundstein für das sich entwickelnde Beziehungsverhalten.
Anhand der Bindungstheorie können verschiedene Bindungstypen festgestellt werden, die Aufschluss darüber geben sollen, wie stark oder schwach ein Kind an eine Bezugsperson gebunden ist. Zudem will man Rückschlüsse auf das Erziehungsverhalten ziehen.

Unterschied Beziehung & Bindung?

Beziehung bezeichnet eine soziale Verbindung zweier Menschen, die auf Gegenseitigkeit beruht. Sie entsteht aus unterschiedlicher Motivation heraus. Und nicht immer sind die Beziehungen von „gesunder“ Qualität, die Kinder zu den Menschen haben, an die sie sich biologisch, emotional und körperlich gebunden fühlen.

Eine Bindung an sich sagt also nicht sofort etwas über die Beziehungsqualität aus. Sie ist die erste Beziehungserfahrung im Leben eines Menschen. Sie ist biologisch motiviert und überdauernd, während eine Beziehung sozial motiviert ist und daher aufgekündigt werden kann.

Kontext Familienrecht

Im familiengerichtlichen Streit ums Kind ist die Beziehungsqualität von Bedeutung. Hier muss man recht gut zwischen der psychologischen und rechtlichen Sicht auf Beziehung und Bindung unterscheiden.
Denn schließlich muss beurteilt werden, ob eine Beziehung entwicklungsfördernd ist, Störungen aufweist oder ausbaufähig wäre.
Die Bindung hat man dabei im Hinterkopf, die ein Kind naturgegeben zu seinen Bezugspersonen hat. Ob diese Bindung jedoch auch gleichzeitig eine förderliche Beziehung aufweist, ist zu prüfen. Es reicht also m.E. nicht aus, die Bindung herauszuarbeiten, sondern vielmehr müssen wir uns die Beziehungsmuster und tatsächlich bestehenden Beziehungen ansehen, um eine Empfehlung pro Kind abgeben zu können.

Eine gute, sichere Bindung an die Eltern ist in jedem Fall der Nährboden einer positiven Entwicklung des Kindes. Sie ist ein wichtiger Schutzfaktor und begünstigt das Selbstvertrauen, das Selbstbewusstsein und den Selbstwert.

Familienpsychologische Beratung für Eltern in Trennung und mit Trennungskonflikten

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